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Alte Bäume, neuer Platz

Schweres Gerät kämpft sich hier wie da durch den Boden von FRANKLIN: Auf dem Parkplatz vor der Sports Arena frisst sich die Betonfräse mit ihrem dröhnenden Kreischen durch die Asphaltdecke, an anderer Stelle machen sich Monate später große Rundspatenmaschinen ans Werk. Für die Neugestaltung des FRANKLIN FIELD Platzes ist voller Einsatz gefragt. 

Es ist ein wortwörtlicher Aufbruch, mit dem das europäische Architekten- und Künstlerkollektiv osa_office for subversive architecture den städtebaulichen Wettbewerb für sich entschieden hat. Das experimentelle Konzept arbeitet weniger auf, sondern stark mit dem Platz; die künstlerische Stoßrichtung, den öffentlichen Raum vor der markanten Sports Arena zu gestalten, ist es, die Elemente einzubinden, die schon vorhanden sind. 

Schwebender Asphalt

Und so beginnt die Transformation der tristen Parkfläche mit einem CUT. Statt des Meißels bricht die Betonfräse die Fläche auf. Furche für Furche schlitzt sie in den grauen Beton, schneidet ihn in gleichmäßige Rechtecke. Ausgebrochene Puzzleteile, die, im Ganzen herausgehoben, den entsiegelten Boden freigeben. Die Asphalt-Rechtecke werden um wenige Meter weiter versetzt: Als Plattform „schwebt“ der herausgelöste Parkplatz – und ist nun Bühne, Treffpunkt, Skatefläche, Basketballfeld, Sitzgelegenheit oder all das, was künftige Nutzer*innen darin sehen wollen. 

Landende Bäume

Nach der Beton-Verpflanzung kommt die Baumverpflanzung. Fünf groß gewachsenen Alleebäumen von FRANKLIN, im Rahmen der Konversion eigentlich der Axt geweiht, kommt eine spektakulär große Maschine zur Hilfe. Ihre riesigen Rundspaten beißen sich um die Stämme herum in den Boden und legen das Wurzelwerk frei, ihre hydraulischen Arme transportieren die Gleditschien an ihren neuen Bestimmungsort: die entsiegelten Flächen vor der Sports Arena. Die „Anlandung“ der meterhohen Bäume wird von staunenden Kinder- und beeindruckten Erwachsenenaugen verfolgt, die wiederum zu einem eigenen PLANT Ereignis zusammenkommen – um die Fläche um den signalgelben, neu aufgestellten Wachturm mit Blumen und Stauden zu bepflanzen, die den im Turm eingezogenen Bienen als Pollenvorrat dienen. Neben den fest vertäuten Bäumen, die auf dem FRANKLIN FIELD Platz nun anwachsen und der schwebenden Plattform künftig Schatten spenden, ist eine Boulebahn entstanden, die von ausrangierten Straßenlaternen, locker und entspannt gruppiert, ins rechte Licht gesetzt wird.

Neue Leben

Ressourcen, die auf FRANKLIN eingesetzt waren, werden durch osa reaktiviert und bekommen neue Aufgaben, neue Funktionen – oder gleich ein neues Leben. Mit PLANT geht die Transformation der Fläche in die nächste Phase. Aus gewachsenen Bäumen, alten Laternen und einer großen Idee ist schon jetzt ein spannender Freiraum für Begegnungen auf FRANKLIN entstanden.